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IHK-Zeitung 12/2002

Kies und Sand ohne Licht am Ende des Tunnels

Düstere Aussichten für das kommende Jahr

Keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft konnte BKS-Präsident Michael Schulz den Teilnehmern der Kies- und Sand-Tage 2002 in Krefeld machen. Nach Rückgängen von Produktion und Umsatz in 2001 sah es im laufenden Jahr nicht besser aus. Nochmalige Produktionsrückgänge um zehn Prozent und ein rückläufiger Umsatz von neun Prozent stehen zu Buche. Wie in der Vergangenheit ist insbesondere der Osten mit Rückgängen von 10,4 Prozent in der Menge und 8,2 Prozent im Umsatz besonders betroffen. Die westlichen Bundesländer stehen etwas besser dar mit Rückgängen von 9,8 Prozent beziehungsweise 9,4 Prozent.

Auch für das kommende Jahr stehen die Zeichen nicht auf Sonnenschein. Nachdem in 2002 die Zahl der Baugenehmigungen weiter zurückgegangen ist, wird sich die Lage der bundesdeutschen Kies- und Sandindustrie nach Einschätzung des Bundesverbandes der deutschen Kies- und Sandindustrie mit Sitz in Duisburg keinesfalls verbessern. Die Prognose für 2003 zeigt weiter nach unten mit minus vier Prozent in der Produktion und minus drei Prozent im Wert.

 

RP 30.11.02

„Kies wider Willen“ will Abgrabung am Fliebeckshof weiterhin komplett verhindern

“Und wieder ist es „fünf vor zwölf“

Hünxe. Die Gemeinde Hünxe lehnt die Auskiesung am Fliebeckshof weiterhin ab. Wenn diese Aussage ehrlich wäre, müsste sie doch eigentlich die vorliegende Forderung der Stadt Dinslaken auf Herausnahme der Fläche aus dem Gebietsentwicklungsplan unterstützen, schreibt die Bürgerinitiative „Kies wider Willen“.

Niemand behauptet, dass die Gemeinde Hünxe alleine die Abgrabung verhindern kann. Sie könne aber alles tun, um Wege und Altholzbestände zu erhalten, die sich im Gemeindebesitz befinden, und außerdem die Bedenken der Bürger, zumindest als Anregung, in ihrer Stellungnahme vorbringen.

Obwohl wieder alle Träger öffentlicher Belange zur kritischen Stellungnahme aufgefordert worden seien, sei die Hünxer Verwaltung nicht bereit, die Belange betroffener Bürger, die in diesem Verfahren keine Einwendungen vortragen können, in das Verfahren einzubringen. „Wie soll dann aber die Bezirksregierung in Düsseldorf für den Regionalrat eine Beschlussvorlage erarbeiten können, die alle Bedenken und Anregungen berücksichtigen muss?“, fragt Helga Franzkowiak von „Kies wider Willen“.

Von einer immissionstechnischen Verbesserung für die Bürger im Ortsteil Bruckhausen sei die Rede, obwohl durch den Verzicht auf Verfüllung kein Lkw weniger fahren würde. Kies und Bergematerial sollten nämlich mit den selben Fahrzeugen transportiert werden.

Schließlich gehörten zu Bruckhausen auch die Bürger am Tenderings- und Schwarzen Weg, die weder von der Hünxer Verwaltung noch von der Politik über den aus Sicht der Bürgerinitiative „faulen Kompromiss“ informiert worden seien. Sie fühlten sich jetzt genauso wie die Dinslakener, die vor über 3 Jahren auch erst in allerletzter Minute, es war sozusagen „5 vor 12“, nur zufällig von der beabsichtigten Abgrabung direkt an ihren Wohngebieten erfahren hatten.

Die betroffenen Hünxer Bürger sollten ihren Bürgermeister sofort schriftlich zu einer Unterbrechung der Sitzung des Hauptausschusses am 9. Dezember auffordern und sich nicht auf die Bürgersprechstunde in der Ratssitzung am 18. Dezember vertrösten lassen. Alle Bedenken müssen sofort mit Verwaltung und Politik öffentlich diskutiert werden, denn es ist wieder „5 vor 12“, jetzt für die Hünxer Bürger.

 

RP Kleve 30.11.02

Kreisausschuss gegen Wunsch der Bezirksregierung nach weiteren Flächen für Auskiesung

Streit um das niederrheinische Gold?

KREIS KLEVE (RP). Zwischen dem Kreis Kleve und der Bezirksregierung droht ein Streit um das niederrheinische Gold. Düsseldorf möchte mehr Flächen für die Auskiesung im Gebietsentwicklungsplan (GEP) für den Regierungsbezirk Düsseldorf ausweisen; die Kreisverwaltung ist strikt dagegen. Der Kreisauschuss bekräftigte die ablehnende Haltung, nach der im GEP weitere 900 Hektar zum Abbaggern von Sand und Kies bereitgestellt werden sollen - davon allein 600 Hektar im Kreis Kleve.

Das Problem ist nur, dass der Kreis im Regionalbeirat der Bezirksregierung, der den Gebietsentwicklungsplan verabschiedet, Verbündete gegen eine Änderung finden muss. 25 Prozent der NRW-Kiesflächen sind in den Kreisen Wesel und Kleve.

"Die Notwendigkeit einer Ausweisung weiterer Gebiete ist nicht erkennbar. Wir wollen eine ausgewogenen Raumplanung und den Erhalt unserer Landschaft", erklärte gestern Kreis-Pressesprecher Eduard Großkämper. Will heißen: Der Kreis will mit weiteren Baggerlöchern nicht zum "Schweizer Käse" werden und keine weitere Beeinträchtigung der Landwirtschaft.

Abgrabungstempo

Meinungsunterschiede gibt es zwischen Kreis und Düsseldorf auch über die Zeiträume für Abgrabungen. Die 1999 im GEP festgelegten 1780 Hektar für den Kreis Kleve gewährleisteten eine Versorgungssicherheit von 23 Jahren, so Großkämper. Die Bezirksregierung ist der Ansicht, die Vorräte reichten nur für 18 Jahre.

Der Druck der niederländischen Kiesindustrie, die auch im Kreis Kleve Betriebe habe, sei unheimlich groß, so Roland Katzy (SPD). Deshalb müsse "höllisch aufgepasst" werden. Im eigenen Land erlaube der niederländische Staat nur das Abgraben von Sand und Kies, wenn das Material in "unmittelbarer Nachbarschaft" verbraucht werde, sagte Hans-Hugo Papen (CDU).

Wenn der Abbau genehmigt worden sei, dann sei der Abbau genehmigt. Das sei schließlich beschlossen worden und Verträge müssten eingehalten werden, verstand Alfons A. Tönnissen nicht mehr die Welt seiner Politiker-Kollegen. Das CDU-Ausschussmitglied konnte auch die Angst vor den Unternehmen aus dem Nachbarland nicht nachvollziehen. Man sei doch in einem Wirtschaftsraum. Hans-Jürgen Hartung-Hauke (SPD) entgegnete, Tönnissen vertrete zu sehr ökonomische Interessen. Durch die Abgrabungen müsse beispielsweise in Goch das Trinkwasser aus größeren Tiefen geschöpft werden.

Haftung mit Millionen

Die Firmen müssten sich doch an die Vorgaben der Pläne halten, widersprach der CDU-Politiker dem Sozialdemokraten. Das werde durch die Experten der Kreisverwaltung kontrolliert. Bei Verstößen gegen das Abgrabungskonzept müsse die Kiesindustrie doch mit beim Kreis hinterlegten Millionen-Bürgschaften haften, betonte Tönnissen und bekam die Bestätigung von Landrat Rudolf Kersting.

Von LUDGER DISTELKAMP

 

NRZ 28.11.02

Weiter gegen Auskiesung

INITITIAVE / Kompromissvorschlag wird abgelehnt. Aber zu Gesprächen bereit.

DINSLAKEN. Die Bürgerinitiative "Kies wider Willen" lehnt den Kompromiss, Wasserfläche und Standort RMKS weiter zu benutzen, ab und fordert nach wie vor die Verhinderung der Auskiesung. Das machten Vertreter auch gestern am Rande des Planungs- und Umweltausschusses gegenüber der örtlichen Politik deutlich.

Helga Franzkowiak von der BI spricht von einem "faulen Kompromiss", einem "Schnellschuss zur Beruhigung der Dinslakener Bürger", der alleine der Durchsetzung der Interessen der Antragstellerin diene. "Haben alle Beteiligten an diesen Verhandlungen, und hier sind besonders die Hünxer Politiker angesprochen, wirklich geglaubt, dass die Bewohner, die schon über 30 Jahre die Belastungen ertragen, dies einfach hinnehmen werden? Informiert worden sind sie jedenfalls von keiner Fraktion!"

Dieser riesige See würde am Rande des Senkungstiefs auf einer schiefen Ebene entstehen. Er würde am Westrand ca. 6 m tiefer als das angrenzende Gelände liegen. Am östlichen Rand müsste ein mehrere Meter hoher Wall die Brömmenkampsiedlung vor einer Überflutung schützen. "Ist auch das gewollt und bei dem Kompromiss tatsächlich bedacht worden?", fragt die BI.

Bürgermeister Hermann Hansen habe im Oktober Bereitschaft zu Konsensgesprächen erklärt. Auch die Bürgerinitiative "Kies wider Willen" biete sich, trotz Ablehnung des Kompromisses, weiterhin allen, am besten gemeinsam, zu Gesprächen an.

 

RP 27.11.02

„Kies wider Willen“ macht weiter Druck

Keine faulen Kompromisse

DINSLAKEN/HÜNXE. Keine Kompromisse, sagt die Bürgerinitiative „Kies wider Willen", wenn es um die Auskiesung am Fliebeckshof geht. Die BI will das Vorhaben weiterhin verhindern. „Wir haben ständig das gemeinsame Vorgehen von Politik und Verwaltung aus Hünxe und Dinslaken gefordert, das leider nie zustande gekommen ist", schreibt Helga Franzkowiak in einer Pressemitteilung. Konsensgespräche habe es auch nur zwischen dem Kreis, der Gemeinde Hünxe und der Firma RLG Sand & Kies gegeben. Den Städten Voerde und Dinslaken und vor allem den betroffenen Bürgern werde dieser Konsens „zum Wohle der Bruckhausener Bevölkerung" nun als fertige Lösung präsentiert.

Am Tenderingsweg und am Schwarzen Weg solle aber nicht nur sofort ausgekiest werden, zusätzlich soll eine Bandanlage „fast durch die Vorgärten der Bürger" geführt werden, so die Sprecherin der Bürgerinitiative. Helga Franzkowiak: „Ein fauler Kompromiss und Schnellschuss zur Beruhigung der Dinslakener Bürger, der alleine der Durchsetzung der Interessen der Antragstellerin dient." Die Bürgerinitiative fürchtet, dass ein großer See am Rande des Senkungstiefs entsteht. Er würde am Westrand etwa sechs Meter tiefer als das angrenzende Gelände liegen. Am östlichen Rand müsste ein mehrere Meter hoher Wall die Brömmenkampsiedlung vor einer Überflutung schützen, so die Prognose von „Kies wider Willen".

Helga Franzkowiak kritisiert Bürgermeister Hermann Hansen, der stets betont habe, dass die Gemeinde die Abgrabung ablehne. In der Beschlussvorlage für die heutige Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses (Beginn 15 Uhr) habe die Verwaltung plötzlich keine Bedenken mehr. Die Bürgerinitiative hofft auf eine Sitzungsunterbrechung, damit betroffene Bürger noch einmal Gelegenheit haben, Fragen an Verwaltung und Politik zu stellen.

 

 RP 20.11.02

Bürgerinitiative „Kies wider Willen" zum Fortgang des Projekts Fliebeckshof

Enteignungen sind nicht möglich

DINSLAKEN. Auch gegenüber den Regionalräten und Kreistagsmitgliedern hat die Bürgerinitiative „Kies wider Willen" erneut unmissverständlich bekräftigt: „Wir wollen keine Auskiesung". „Das war von Anfang an unsere berechtigte Forderung. Es zeigt sich jetzt, dass es richtig war, hiervon nicht abzuweichen. Die Verfüllung mit dem schadstoffbelasteten Bergematerial ist endgültig vom Tisch. Die Vergrößerung des viel zu geringen Abstandes der geplanten Abgrabung zur Dinslakener und Bruckhausener Bebauung wird nicht nur aus sozialverträglichen, sondern besonders aus wasserrechtlichen Gründen zwingend vorgenommen werden müssen", erklären Helga und Hans Werner Franzkowiak für die Bürgerinitiative „Kies wider Willen".

Entscheidung treffen

Jetzt aber müssten alle Eigentümer, die noch Grundstücke in der ausgewiesenen Fläche besitzen, eine Entscheidung treffen. Es stelle sich die Frage, ob sie ihr Grundstück zur Auskiesung zur Verfügung stellen wollen oder nicht. „Kies wider Willen" macht darauf aufmerksam, dass in diesem Verfahren niemand enteignet werden könne. Die Grundstücke könnten nur freiwillig abgegeben werden.

Einer besonderen Verantwortung unterliegen nach Ansicht der Bürgerinitiative die evangelische Kirchengemeinde Hünxe sowie die Gemeinde Hünxe, die die Auskiesung von Anfang an nicht gewollt hat. Beide würden mit dem Behalten ihrer Sperrgrundstücke, die die Abgrabungsfläche mehrmals durchtrennen, entscheidend zur endgültigen Verhinderung der Auskiesung beitragen können.

Das Projekt Abgrabung Fliebeckshof will die Bürgerinitiative wieder zum politischen Gespräch machen. Sie weist darauf hin, dass sich am Donnerstag, 21. November, in der Einwohnerfragestunde des Rates die nächste Gelegenheit biete, der Hünxer Verwaltung, die die Auskiesung immer abgelehnt hat, zu fragen, welche konkreten Schritte sie dafür unternehmen will. Die Ratssitzung beginnt um 16 Uhr im Hünxer Rathaus.

 

NRZ 20.11.02

„Kies wider Willen“ setzt auf Eigentümer

DINSLAKEN/HÜNXE. Gegenüber Regionalräten und Kreistagsmitgliedern hat der Vorstand der Bürgerinitiative "Kies wider Willen" erneut bekräftigt: "Wir wollen keine Auskiesung! Es zeigt sich, dass es richtig war, hiervon nicht abzuweichen. Die Verfüllung mit dem schadstoffbelasteten Bergematerial ist endgültig vom Tisch. Die Vergrößerung des Abstandes der geplanten Abgrabung zur Dinslakener und Bruckhausener Bebauung wird nicht nur aus sozialverträglichen, sondern besonders aus wasserrechtlichen Gründen zwingend vorgenommen werden müssen“

Jetzt , so die Initiative, müssen Eigentümer, die Grundstücke in der ausgewiesenen Fläche besitzen, die Entscheidung treffen: "Will ich zum Erhalt eines Gebietes für die Naherholung beitragen, oder will ich mein Grundstück dem Auskieser zur Verfügung stellen?“ In diesem Verfahren könne niemand enteignet werden.

Einer besondere Verantwortung sieht die Initiative bei der Evangelischen Kirchengemeinde sowie der Gemeinde Hünxe. Beide würden mit dem Behalten ihrer Sperrgrundstücke, die die Abgrabungsfläche mehrmals durchtrennen, entscheidend zur Verhinderung der Auskiesung beitragen können.

Am morgigen Donnerstag biete sich in der Einwohnerfragestunde um 16 Uhr vor der Hünxer Ratssitzung im Sitzungssaal des Rathauses Gelegenheit, die Verwaltung zu fragen, welche konkreten Schritte sie zur abgelehnten Auskiesung unternehmen wolle.

 

RP 16.11.02

„Kies wider Willen" zuversichtlich: Abgrabung am Fliebeckshof kann noch verhindert werden

Druck muss von allen Seiten kommen

Von HEINZ SCHILD

DINSLAKEN. „Der Druck muss von allen Seiten kommen", denn nur so ist nach Einschätzung von Helga Franzkowiak, Sprecherin der Bürgerinitiative „Kies wider Willen", die geplante Abgrabung am Fliebeckshof zu verhindern. Im Kampf um Verbündete hatte die Initiative gestern zur Marthastraße eingeladen, wo sie einer Hand voll Vertretern des Weseler Kreistages und des Regionalrates ihre Argumente gegen die Auskiesung vortrug und ihnen vor Ort zeigte, welch wichtiges Naherholungsgebiet zerstört zu werden droht.

Die Abgrabung, so Helga Franzkowiak, bedeute für die rund 10 000 in der Nähe wohnenden Menschen 60 Jahre lang Lärm, Dreck und Beeinträchtigungen. Die Grünzone zwischen B 8 und Lohberg verschwinde, dafür entstehe dort eine 120 Hektar große Wasserfläche. Und genau dagegen macht die Bürgerinitiative Front.

Dem Vorhaben, die Abgrabung zu verhindern, räumte Hans-Hugo Papen, Vorsitzender des Planungsausschusses des Regionalrates, der für die notwendige Änderung des Gebietsentwicklungsplanes zuständig ist, keine Chancen ein. Die deutsche Bauwirtschaft brauche schließlich Kies, und die Landesplanung verlange die Ausweisung entsprechender Flächen. Auf die Seite der Bürger stellte sich Hubert Kück, Fraktionschef der Grünen im Weseler Kreistag, denn die Belange der Betroffenen sah er als nicht genügend berücksichtigt an. „Wir müssen auch fragen, was können wir der Bevölkerung überhaupt noch zumuten." Weil das Maß des Erträglichen überschritten sei, forderte  Bürgermeisterin  Sabine Weiss den Ausschussvorsitzenden Hans-Hugo Papen auf, ernsthaft zu überlegen, wie es möglich gemacht werden könne, die Auskiesung doch noch zu verhindern. CDU-Kreistagsmitglied Heinz-Peter Kamps plädierte für einen Kompromiss und sprach sich für die Vergrößerung des Abstands zur Wohnbebauung aus. Darin sieht Helga Franzkowiak eine Chance, die Abgrabung doch noch komplett zu verhindern. Denn durch größere Abstandsflächen könnte die Auskiesung für die Firma „RLG Sand und Kies" ab einem bestimmten Punkt nicht mehr wirtschaftlich sein und deshalb aufgegeben werden.

„Demonstrieren und protestieren reicht nicht, man sollte verhandeln", sagte Hans-Hugo Papen. Er regte deshalb an, die Planung so zu gestalten, dass die vorgesehene Abgrabung bürger- und auch umweltverträglich ist.

 

NRZ 16.11.02

„Was können wir tun, um die Auskiesung zu verhindern?"

LOKALTERMIN / Eine Antwort auf diese Frage wurde nicht gefunden. Möglichkeit: Planungsgesetze ändern, nicht nur Lobbyisten beteiligen.

DINSLAKEN. Eine gespannte Stimmung herrschte bereits nach wenigen Minuten am Treffpunkt Marthastraße. Die Bürgerinitiative „Kies wider Willen" hatte zu einer Führung durchs Gelände mit anschließender Diskussion unter anderem Mitglieder des Regionalrates und des Kreistages geladen. Die unterschiedlichsten Meinungen trafen aufeinander. Hubert Kück, Sprecher der Grünen in der Kreistagsfraktion, warf dem Planungsausschussvorsitzenden des Regionalrates, Hans-Hugo Papen, vor, Lobbyist der Kiesindustrie zu sein. Kies werde zu Dumpingpreisen nach Holland verkauft, dort veredelt und für teuer Geld wieder zurück gekauft. Das könne nicht angehen. „Wir müssen endlich nachdenken, was wir der Bevölkerung zumuten können. Auch die Nachhaltigkeit ist nicht gewährleistet. Unser gesundes Wasser kommt durch die Kiesfilterung, wenn die wegfällt, gibt's das auch nicht mehr."

Um mehr Sachlichkeit bat Papen während der Diskussion immer wieder. Hörigkeitstreue war der Begriff, den die übrigen Teilnehmer eher dafür gebrauchten. „Sagen Sie uns doch, was können wir tun, um die Auskiesung zu verhindern, welche Argumente führen?", fragte ihn Bürgermeisterin Sabine Weiss schließlich. „Bei allem sagen Sie nur: Das geht nicht."

Die gesetzmäßige Sicherheit für Rohstoffe müsse bereitgestellt werden. Eine Reservegebietskarte werde neu geschaffen mit Planungssicherheit für 25 Jahre, ebenfalls für 25 Jahre zusätzlich gebe es den neuen Gebietsentwicklungsplan. Und da hier im Gebiet der meiste „Kies" liege, sei hier auch ein ideales Abbaugebiet, so Ute Sickelmann, Vertreterin der Grünen im Bezirksplanungsamt Düsseldorf. Die Planungsgesetze müssten geändert werden, der Landesentwicklungsplan auch, hier dürften nicht nur Lobbyisten beteiligt werden. (A.B.)

 

RP 12.10.02

Kies wider Willen - Optimale Chance zu verhindern

DINSLAKEN. Der Regionalrat hat am Mittwoch den Erarbeitungsbeschluss gefasst, die GEP-Änderung der Abgrabungsfläche Fliebeckshof mit der Befragung der Träger öffentlicher Belange zu eröffnen (die RP berichtete). Damit ist auch wieder die Streichung der Abgrabungsfläche aus dem Gebietsentwicklungsplan (GEP) denkbar, so die Bürgerinitiative „Kies wider Willen". Bis Anfang Januar 2003 können die Beteiligten ihre Stellungnahme bei der Bezirksregierung Düsseldorf einreichen.

Der Regionalrat wird voraussichtlich in seiner März-Sitzung über das Ergebnis des Beteiligungsverfahrens erneut beraten, wie Heinz Konze, Leiter der Bezirksplanungsbehörde, der Bürgerinitiative gestern mitteilte. Es sei denkbar, dass durch den Nachweis eines möglichen Flächentausches der Abgrabungsbereich bereits im März ganz aus dem GEP gestrichen wird.

Positiv sei, so Kies wider Willen, dass Bürgermeister Hansen jetzt doch Konsensgespräche mit allen Beteiligten, auch mit der Bürgerinitiative, führen möchte. Die Reduzierung der Fläche, die bereits in der Planungsausschusssitzung des Regionalrates angedeutet wurde, bedürfe aber nicht der Zustimmung der Antragstellerin, die der Hünxer Bürgermeister auch mit an den Tisch holen will. Durch Ausweisung einer zusätzlichen nicht umstrittenen Fläche im Bereich der Stadt Wesel würde das Defizit im Flächenangebot des GEP für die Kiesindustrie kompensiert werden.

Die Chance, die Auskiesung zu verhindern, stünden jetzt so gut wie nie zuvor, so Kies wider Willen. Hermann Hansen irre, wenn er meine, eine Reservefläche für das Gebiet am Fliebeckshof müsse auf Hünxer Gemeindegebiet liegen. Richtig sei, dass es irgendwo im Regierungsbezirk Düsseldorf liegen müsse. Diese Auskunft habe die Bürgerinitiative bei einem Juristen eingeholt.

 

NRZ 12.10.02

Auskiesung kann verhindert werden

BÜRGERINITIATIVE / Ersatzfläche anbieten irgendwo im Regierungsbezirk Düsseldorf.

HÜNXE. Zur jüngsten Entwicklung Auskiesung  Fliebeckshof nimmt die Bürgerinitiative „Kies wider Willen" Stellung:

Der Regionalrat hat am Mittwoch den Erarbeitungsbeschluss gefasst, die GEP-Änderung der Abgrabungsfläche Fiebeckshof mit der Befragung der Träger öffentlicher Belange zu eröffnen. Damit ist auch wieder die Streichung der Abgrabungsfläche aus dem Gebietsentwicklungsplan (GEP) denkbar. Bis Anfang Januar 2003 können die Beteiligten ihre Stellungnahme bei der Bezirksregierung Düsseldorf einreichen.

Flächentausch wäre möglich

Der Regionalrat wird voraussichtlich in seiner März-Sitzung über das Ergebnis des Beteiligungsverfahrens erneut beraten, wie Heinz Konze, Leiter der Bezirksplanungsbehörde, der Bürgerinitiative am Freitag mitteilte. Es ist denkbar, dass durch den Nachweis eines möglichen Flächentausches, der Abgrabungsbereich bereits im März ganz aus dem GEP gestrichen wird.

Positiv ist sicherlich, dass Bürgermeister Hermann Hansen jetzt doch Konsensgespräche mit allen Beteiligten, auch mit der Bürgerinitiative, führen möchte. Die Reduzierung der Fläche, die bereits in der Planugsausschusssitzung des Regionalrates angedeutet wurde, bedarf aber nicht der Zustimmung der Antragstellerin, die der Hünxer Bürgermeister auch mit an den Tisch holen will. Durch Ausweisung einer zusätzlichen nicht umstrittenen Fläche im Bereich der Stadt Wesel, würde das Defizit im Flächenangebot des GEP für die Kiesindustrie kompensiert werden können.

Die Chance, die Auskiesung zu verhindern, stehe jetzt so gut wie nie zuvor, erklärte die Bürgerinitiative, und Hermann Hansen irre, wenn er meine, dass eine Reservefläche für das Gebiet am Fliebeckshof auf Hünxer Gemeindegebiet liegen müsse. Richtig sei, dass sie irgendwo im Regierungsbezirk Düsseldorf liegen müsse. Diese Auskunft habe die Bürgerinitiative durch einen kompetenten Juristen eingeholt.

 

NRZ 11.10.02

Ich werde keinen Risikokurs fahren

AUSKIESUNG / Hünxes Bürgermeister ist aber für „ernsthafte Konsensgespräche" mit allen Beteiligten.

HÜNXE. Das Thema Auskiesung Fliebeckshof kam unter dem Punkt Anfragen gestern auf die Tagesordnung im Haupt- und Finanzausschuss. Willy Pillekamp (CDU) erkundigte sich, was von einer möglichen Reduzierung der Auskiesungsfläche zu halten sei. Eine Auskiesung ohne Wiederverfüllung sei der Status quo, betonte Bürgermeister Hermann Hansen, „ich bin bereit, mit Antragsteller, Kreis, Bürgerinitiative und Stadt Dinslaken ernsthafte Konsensgespräche über einen vernünftigen Abstand zur Wohnbebauung Lohberg zu führen." Bedingung: Eine Nordwanderung Richtung Bruckhausen müsse ausgeschlossen sein. Hansen: „Ich werde nicht auf dem Rücken dieser Bürger einen Risikokurs fahren." Und in Richtung BI und Nachbarkommune (beide lehnen eine Auskiesung grundsätzlich ab): „Man muss auch Grenzen seiner Forderungen erkennen." Er fügt hinzu: Ich werde bestimmt kein Hurra schreien, wenn die Flächen wegkommen, denn dann müssen wir woanders ausweisen!"

• Die Gemeinde befürwortet die auf sechs Monate befristete Verlängerung der Betriebszeiten für die Abgrabung der Firma Nottenkämper (Gartrop). Bedingung: Bezogen auf die Steigerfeld-Siedlung dürfen die Lärmgrenzwerte nicht überschritten werden und Lkw dürfen von 22 bis 6 Uhr nicht fahren. (P.N.)

 

NRZ 10.10.02

Auskiesung offen

FLIEBECKSHOF / Ortsbesichtigung im November und Entsendung im Dezember.

DINSLAKEN/HÜNXE. Die Entscheidung über die Nachfolgenutzung des Abgrabungsbereichs Fliebeckshof im Grenzbereich Lohberg/Bruckhausen ist vom Regionalrat gestern in die Dezember-Sitzung vertagt worden. Über das Monitoring soll das Thema noch einmal überprüft werden. Für den 15. November ist auf Einladung der BI Kies wider Willen eine Ortsbesichtigung vorgesehen, nach der noch einmal alle Argumente gegeneinander abgewogen werden sollen. (hap.)

 

RP 09.10.02

Bürgerinitiative schreibt an Regionalrat - Auskiesung am besten ganz streichen

DINSLAKEN/HÜNXE. „Ist es üblich, dass ein Vertreter einer unabhängigen Genehmigungsbehörde, eine Lösung sucht, die dem alleinigen Zweck dient, dem Antragsteller eine schnelle Genehmigung zu ermöglichen?" Diese Frage hat die Bürgerinitiative „Kies wider Willen" dem Vorsitzenden des Regionalrates, Dieter Pützhofen, gestellt.

Die BI erinnert Pützhofen anlässlich der heutigen Sitzung des Regionalrats an ein Gespräch mit Vertretern der Bürgerinitiative, der Kreisverwaltung und der Antragstellerin. „Zweck dieser Unterredung sollte von Seiten der Kreisverwaltung das Erzielen eines Konsenses zwischen der Antragstellerin und den betroffenen Bürgern sein, weil die Antragstellerin Planungssicherheit braucht", heißt es in dem Schreiben. Die Bürgerinitiative habe sich darauf nicht eingelassen, weil es keine Planung für die gesamte Fläche gebe. Außerdem liege dem Regionalrat der Antrag der Stadt Dinslaken auf Herausnahme der Fläche aus dem Gebietsentwicklungsplan vor, eine Forderung die die BI immer gestellt habe.

Verfüllpflicht

Die GEP-Änderung als offene Wasserfläche sei vom Kreis Wesel beantragt worden, da die Antragstellerin ihrer Verfüllverpflichtung nicht nachkommen könne. Es fehle ein Nachweis der Verfügbarkeit von Bergematerial oder eines anderen besser geeigneten Materials. Die Aussage, dass eine Verfüllung nicht mehr beabsichtigt ist, sei folglich falsch. „Bei weiter bestehender Verfüllverpflichtung der Abgrabung, wäre keine Genehmigung möglich gewesen", schreibt Helga Franzkowiak von der Bürgerinitiative. Auch würde die Beeinträchtigung der Dinslakener Bevölkerung nicht vermieden, indem im westlichen Teil mit der Abgrabung begonnen würde. Damit würde das Problem nur zeitlich verschoben.

Bagger vor der Tür

Dass eine Beeinträchtigung der Bevölkerung hierdurch auf ein Minimum reduziert werden könne, wie es der Technische Dezernent des Kreises Wesel, Hans-Joachim Berg, behaupte, sei nicht richtig. Die Hünxer Bürger, die am Tenderingsweg und am Schwarzen Weg wohnten, wären sofort und direkt durch den Betrieb von Saugbagger und Bandanlage unmittelbar vor der Haustür und weiterhin durch die bereits vorhandene Aufbereitungsanlage der Firma RMKS betroffen, so die BI.

Diese Menschen ertrügen schon seit 30 Jahren Beeinträchtigungen ihrer Wohn- und Lebensqualität durch Abgrabungen. Auf die Bedenken der befürchteten unzureichenden Absicherung des Abgrabungsgeländes habe die Antragstellerin noch nicht reagiert. In den direkt angrenzenden Wohngebieten lebten schätzungsweise 3000 Kinder und Jugendliche. Die Befürchtung der Entstehung eines „Abenteuerspielplatzes Kiesgrube", sei begründet.

Die Verdichtung der Wohnbebauung auf Dinslakener Gebiet in den letzten 15 bis 20 Jahren könne nur zu der Forderung führen, die ausgewiesene Abgrabungsfläche am Fliebeckshof ganz zu streichen.

 

NRZ 09.10.02

Regionalrat soll Auskiesung verhindern

FLIEBECKSHOF / Kreisverwaltung regt eine Reduzierung der Abgrabungsflächen und größeren Abstand zur dichten Wohnbesiedelung in Dinslaken an. Sorge um „Abenteuerspielplatz Kiesgrube".

DINSLAKEN/HÜNXE. Vor der heutigen Sitzung des Regionalrates in Düsseldorf, u.a. zur Gebietsentwicklungsplanänderung Fliebeckshof, hat die Bürgerinitiative „Kies wider Wil­len" den Vorsitzenden Dieter Pützhofen angeschrieben. Darin nimmt Helga Franzkowiak von der BI Stellung zu Ausführungen des Technischen Dezernenten Hans-Joachim Berg, Kreis Wesel, der Pützhofen mit Schreiben vom 17. September u.a. mitgeteilt hatte, dass mit Erschließungsbeginn der Abgrabungszone zunächst im westlichen Teil eine Beeinträchtigung der Bevölkerung hierdurch auf ein Minimum reduziert werden könne.

Das stimme nicht, es wäre nur eine zeitliche Verschiebung, reagiert Franzkowiak. Die Hünxer Bürger, die am Tenderingsweg und am Schwarzen Weg wohnten, wären sofort und direkt durch den Betrieb von Saugbagger und Bandanlage unmittelbar vor der Haustür und weiterhin durch die bereits vorhandenen Aufbereitungsanlage der Firma RMKS betroffen. Auf die Bedenken der befürchteten unzureichenden Absicherung des Abgrabungsgeländes habe die Antragstellerin bisher überhaupt noch nicht reagiert, ebenso nicht auf Forderungen der Bürger nach Bewachung der „Baustelle" durch Personal mit Hund. Die BI befürchtet die Entstehung eines „Abenteuerspielplatzes Kiesgrube".

Die heutige Regionalratssitzung biete deshalb die große Chance, so Helga Franzkowiak, den entscheidenden Schritt zu tun, die Abgrabung Fliebeckshof in Bruckhausen zu verhindern. Hans-Joachim Berg hat für die Sitzung angeregt, „die Möglichkeit einer Reduzierung der Abgrabungsbereichsdarstellung zu diskutieren, um einen entsprechend großen Abstand zur Dinslakener Wohnbebauung zu erreichen" und spricht von einem „beachtenswerten Argument der BI". (P.N.)

 

RP 08.10.02

Bürgerinitiative „Kies wider Willen" sieht nach Regionalratssitzung einen Silberstreif am Horizont

Gibt es doch keine Auskiesung?

DINSLAKEN/HÜNXE. Gibt es nun doch keine Auskiesung am Fliebeckshof? Diese Frage stellt sich die Bürgerinitiative Kies wider Willen nach der öffentlichen Sitzung des Planungsausschusses des Regionalrates in der Bezirksregierung Düsseldorf. Ein Rechtsanpruch auf Auskiesung, durch Darstellung im Gebietsentwicklungsplan (GEP 99), sei im Düsseldorfer Plenarsaal kein Thema. Den Regionalräten sei bewusst, dass auf veränderte Voraussetzungen wie im Fall Fliebeckshof, mit dem Instrument der GEP-Änderung flexibel reagiert werden könne und müsse.

Bürgerbelange berücksichtigen

Verwaltung und Politik seien sich einig gewesen, dass auf jeden Fall die Belange der Bürger berücksichtigt werden müssten. Die Regionalräte hätten erkannt, dass die direkte Nähe der geplanten Abgrabung zur dichten Wohnbebauung nicht sozial verträglich wäre und mindestens der Abstand deutlich vergrößert werden müsste.

Diese Forderung habe die Firma RLG Sand & Kies bis heute mit der Begründung zurückgewiesen, die gesamte dargestellte Fläche auskiesen zu müssen. In der öffentlichen Regionalratssitzung am morgigen Mittwoch (Beginn 10 Uhr) könne mit der Beschlussfassung zur Verkleinerung der ausgewiesenen Fläche bereits der erste politische Akzent zur Verhinderung der Auskiesung gesetzt werden.

Die nordrheinwestfälische Staatskanzlei hat für den 14. November Vertreter aus Verwaltung und Politik zu einem „Forum Abgrabungen" nach Dortmund eingeladen. Sämtliche Abgrabungsflächen sollen auf den ökologischen und wasserrechtlichen Prüfstand kommen. Außerdem beabsichtigt die Bezirksregierung Düsseldorf, einen „Runden Tisch Abgrabungen" zu gründen, denn die bisher durchgeführte Prüfung der geologischen und wirtschaftlichen Kriterien reiche nicht mehr aus.

Mensch und Natur

Gerade die geplante Abgrabung am Fliebeckshof halten Helga Franzkowiak und Helmut Butterweck von „Kies wider Willen" für ein sehr gutes Beispiel, wie wichtig es ist, bereits bei der Ausweisung einer Fläche alle Belange zu berücksichtigen. Nur so könnten Planungssicherheit für den Antragsteller und Umweltverträglichkeit für Mensch und Natur erreicht werden.

Die Bürgerinitiative hat in einem Brief an die Mitglieder des Regionalrates auch die Forderung gestellt, vor der Einleitung eines Verfahrens zur GEP-Änderung, ein hydrologisches Gutachten zu fordern. Es müsse nachgewiesen werden, dass die für den Antragsteller durch den Kreis Wesel beantragte Schaffung einer offenen Wasserfläche auch wirklich umweltverträglich und wasserrechtlich genehmigungsfähig sei. „Fair Play", so die Bürgerinitiative, gelte für alle, „nicht nur für den Investor, wie von Hünxer Seite immer wieder gefordert wird".

 

NRZ 07.10.02

Auf neue Voraussetzungen flexibel reagieren

FLIEBECKSHOF / Bürgerinitiative „Kies wider Willen" sieht in Planungsausschusssitzung des Regionalrats positive Signale.

DINSLAKEN/HÜNXE. Doch keine Auskiesung am Fliebeckshof? Die Frage stellt die Bürgerinitiative Kies wider Willen nach der Sitzung des Planungsausschusses des Regionalrates in der Bezirksregierung Düsseldorf. Ein Rechtsanspruch auf Auskiesung durch Darstellung im Gebietsentwicklungsplan sei im Düsseldorfer Plenarsaal kein Thema gewesen. Den Regionalräten sei bewusst, dass auf veränderte Voraussetzungen wie im Fall Fliebeckshof mit dem Instrument der GEP-Änderung flexibel reagiert werden könne und müsse.

Konsens bei Verwaltung sei gewesen, dass auf jeden Fall die Belange der Bürger berücksichtigt werden müssten. Die Regionalräte hätten erkannt, dass die direkte Nähe der geplanten Abgrabung zur dichten Wohnbebauung nicht sozial verträglich wäre und mindestens der Abstand deutlich vergrößert werden müsste. Diese Forderung habe die Firma RLG Sand & Kies bisher mit der Begründung zurückgewiesen, die gesamte dargestellte Fläche auskiesen zu müssen. In der öffentlichen Regionalratssitzung am Mittwoch um 10 Uhr könne mit der Beschlussfassung zur Verkleinerung der ausgewiesenen Fläche bereits der erste politische Akzent zur Verhinderung der Auskiesung gesetzt werden, hofft die Bürgerinitiative.

Die Staatskanzlei NRW hat für den 14. November Vertreter aus Verwaltung und Politik zu einem „Forum Abgrabungen" nach Dortmund eingeladen. Sämtliche Abgrabungsflächen sollten auf den ökologischen und wasserrechtlichen Prüfstand kommen. Außerdem beabsichtigt die Bezirksregierung, einen „Runden Tisch Abgrabungen" ins Leben zu rufen, so Helga Franzkowiak und Helmut Butterweck von „Kies wider Willen." Die Bürgerinitiative hat in einem Brief an den Regionalrat die Forderung gestellt, vor der Einleitung eines Verfahrens zur GEP-Änderung ein hydrologisches Gutachten zu fordern. Es müsse nachgewiesen werden, dass die für den Antragsteller durch den Kreis Wesel beantragte Schaffung einer offenen Wasserfläche auch wirklich umweltverträglich und wasserrechtlich genehmigungsfähig sei.

 

NRZ 02.10.02

Ein klares Nein zu weiteren Auskiesungen

Die Kreistagsfraktion der Grünen zog ein Fazit ihrer bisherigen Arbeit. Auch der Abbau von Steinkohle unter dem Rhein kommt für sie nicht infrage.

DINSLAKEN. Zwischenbilanz ihrer politischen Arbeit im Kreis Wesel zog die Kreistagsfraktion der Grünen Samstag. Eingeladen hatte die Fraktion Verbände der Umweltorganisationen, BiB, Kies wider Willen, NABU, Sozial- und Wohlfahrtsverbände und Verbraucherzentrale. Kreistagsfraktionssprecher Hubert Kück lobte das Engagement der Vereine: "Der inhaltliche Austausch ist für meine Partei und unsere Arbeit wichtig."

In puncto Umwelt bleibt die Kreistagsfraktion bei ihrem Nein zu weiteren Auskiesungen. "Nicht nur, dass die Umwelt zerstört wird, die Belastung der Bürger hoch ist, die Firmen arbeiten maschinenorientiert, Arbeitsplätze werden dadurch nicht geschaffen", kommentierte Kück. Die Ansiedlung von Recyclingfirmen sei sinnvoller. Ein klares Nein der Grünen auch zum Bergbau, vor allem zum Abbau unter den Deichen und dem Rhein. Allerdings fordern sie gleichzeitig die Einhaltung der Verträge bis 2005 und ein Ausstiegskonzept bis 2010. Am Herzen liegt ihnen ein weitreichendes Seenkonzept zwischen Wesel und Rees mit einem ausgewogenen Plan für Naturschutz und Freizeitnutzung.

 

RP 30.09.02

SPD-Regionalratsfraktion hörte sich Argumente pro und contra Abgrabung an

Grachtendörfer in Baggerseen?

Von PHILIPP ELSBROCK

WESEL. Am 9. Oktober wird der Regionalrat über die Anträge der Kiesindustrie beraten, die mehr Abgrabungsflächen wünscht, als im aktuellen Gebietsentwicklungsplan ausgewiesen. Auf Einladung der SPD-Regionalratsfraktion tauschten am Samstag im Hotel Haus Duden in Wesel Vertreter von Wirtschaft, Verwaltung und Naturschutz ihre Argumente aus.

„Wir wollten uns bei den verschiedenen Interessengruppen informieren, um so am 9. Oktober die richtige Entscheidung treffen zu können", sagte Moderatorin Gunhild Sartingen, die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Regionalrat, im Anschluss an die mehr als dreistündige Veranstaltung. Auf dem Podium saßen Heinz Konze, Chefplaner der  Bezirksregierung Düsseldorf, Klaus Dick (Firma Suhrborg, Wesel) als Vertreter der Kiesindustrie, Kreislandwirt Wilhelm Neu, Dieter Scholber von der Genehmigungsbehörde des Kreises Wesel sowie Klaus Kretschmer von der Arbeitsgruppe „Mensch & Natur", in der Heimatvereine und Naturschutzgruppen zusammenarbeiten.

Heinz Konze stellte kurz Ergebnisse des „Abgrabungsmonitorings" vor, eine Befragung und Prognose der Kiesindustrie zum zukünftigen Abbau. Auf 42,3 Millionen Tonnen Kies beläuft sich danach die Gesamtfördermenge des Regierungsbezirks pro Jahr, wofür allerdings ein Flächenbedarf von 262 Hektar notwendig ist. Klarer Hauptlieferant des Bezirkes ist der Kreis Wesel, von dessen mehr als 104000 Hektar Kreisfläche bereits acht Prozent Abbaugebiet sind. „Bei Nutzung aller verfügbaren Flächen besteht eine Restlaufzeit von rund 18 Jahren", so Konzes Resümee.

Wilhelm Neu präsentierte als Vertreter der Landwirte die Probleme, die seine Kollegen belasten. „Bei besonders fruchtbaren Böden sollte man in Zukunft davon absehen, diese zu entkiesen und damit für die Landwirtschaft unbrauchbar zu machen", schlug er vor. Außerdem solle durch ein Abbaumanagement eine bessere Ausnutzung der schon durch den Braunkohletagebau benutzten Flächen erfolgen.

Die Bedeutung des Kreises Wesel für die Kiesgewinnung wurde von Dieter Scholber verstärkt. „50 Prozent aller Abbauvorgänge des Regierungsbezirkes finden hier statt", so Scholber. Damit einher gingen ein Flächenverbrauch von 115 Hektar im Jahr. Probleme entstünden durch den Lkw-Verkehr und Nähe zu Wohnräum.

Klaus Dick vom Kiesunternehmen Suhrborg hatte ganz neue Ideen. Ein guter Anfang sei der geplante Seenverbund Wesel-Rees mit Baggersee-Durchstichen. „Ich könnte mir vorstellen, dass Orte um Baggerseen herumgebaut werden." Durch zahlreiche Seen in Rheinnähe gäbe es viel Ausweichplatz für Hochwasser. Auch Grachtendörfer oder Inseln im Baggersee seien für ihn denkbar. Vorschläge, von denen Umweltschützer Klaus Kretschmer wenig hielt. „Es ist nicht geklärt, wie sich ein Seenverbund auf die Grundwasserqualität auswirkt", so Kretschmer. Den Wildgänsen werde der Lebensraum genommen, über dem Wasser aufkommende Winde könnte das Wohnen in Seenähe unattraktiv machen.

Sartingen versicherte zum Abschluss, dass die gehörten Argumente in die Beratungen der Fraktion einfließen würden.

 

RP 18.09.02

Auskiesung - Wansing: CDU bleibt beim Nein

DINSLAKEN. Die Diskussion im Planungsausschuss (die RP berichtete gestern) hat Heinz Wansing, Vorsitzender der CDU-Faktion, zum Anlass genommen, das Nein der Christdemokraten zur geplanten Auskiesung am Fliehbeckshof zu bekräftigen. Horst Dwenger hatte der CDU vorgeworfen, mit ihrer ablehnenden Haltung beim Bürger Hoffnungen zu wecken, die aufgrund der bestehenden Rechtslage unrealistisch seien. „Dass ein Rechtsanspruch auf Auskiesung besteht, ist der CDU sehr wohl bekannt", schreibt Heinz Wansing in seiner Pressemitteilung. Doch genauso bekannt sei seiner Fraktion, dass die Bürger, die durch die vorgesehene Abgrabung drohenden Eingriffe in die Landschaft ablehnten. Die CDU versteht es als ihre Pflicht, die Position der Bürger einzunehmen und mit ihnen dafür zu kämpfen, dass die derzeitige Rechtslage nicht zur Umsetzung komme, erläutert Wansing in seinem Schreiben und führt aus:

„Wenn man sich immer nur hinter geltende Rechtslagen versteckt, wird man das, was man für falsch hält, nie verändern." Die CDU ist überzeugt, bei den Bürgern keine falschen Erwartungen geweckt zu haben. Ihre Entschlossenheit sieht Wansing vielmehr als Grundlage für maximale Verhandlungsergebnisse.

 

NRZ 18.09.02

CDU: Keine falschen Erwartungen geweckt

DINSLAKEN. Obwohl ein Rechtsanspruch auf Auskiesung am Fliebeckshof besteht, bleibt CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Wansing dabei, die Position der Bürger einzunehmen und mit ihnen dafür zu kämpfen, dass die derzeitige Rechtslage nicht umgesetzt wird. Zum Eingriff in die Landschaft kommt für Wansing erschwerend, dass die Auskiesungsfläche an ein Wohngebiet grenze. Wenn man sich nur hinter geltendem Recht verstecke, so argumentiert Wansing, werde man nie verändern, was man für falsch halte. Die CDU sei überzeugt, dass beim Bürger keine falschen Erwartungen geweckt worden seien, sondern die Entschlossenheit der CDU Grundlage für maximale Verhandlungsergebnisse sei.

 

RP 17.09.02

Haverkämper zur Auskiesung Fliehbeckshof: „Jetzt erst wird Dinslaken beteiligt"

DINSLAKEN. Vor einer Woche ist die Kommune erstmals offiziell davon unterrichtet worden, dass das Gelände Fliehbeckshof in Bruckhausen ausgekiest werden soll. Damit werde Dinslaken jetzt erst offiziell beteiligt, erklärte Beigeordneter Klaus Haverkämper in der gestrigen Sitzung des Planungsausschusses. Auf Anweisung der Bürgermeisterin habe die Verwaltung sich allerdings bereits vorher an den Kreis gewandt, um die Abgrabung zu verhindern. Kritik musste sich der Dezernent von Heinz Brücker (Fraktion Niklas/Brücker) anhören, der der Verwaltung vorwarf, bisher nur reagiert, nicht agiert zu haben. Im Vorfeld hätten für Dinslaken negative Dinge gestalterisch abgewehrt werden können, meinte Brücker und sah diese Chance nun vertan.

Haverkämper stellte klar, dass die Verwaltung sich nicht sofort überall offiziell einschalten könne, wenn sie von Anfragen oder Planungen höre. Doch habe die Kommune stets deutlich gemacht, dass sie Probleme mit der geplanten Verfüllung mit Bergematerial, mit der zusätzlichen Belastung des Grundwassers und des Lohberger Entwässerungsgrabens sowie mit der zu erwartenden Staub- und Lärmbelästigung habe. Seine Überzeugung, dass die Auskiesung rechtlich nicht zu verhindern sei, sieht Klaus Haverkämper durch das zu dieser Problematik erstellte Rechtsgutachten bestätigt.

Der Verwaltung hielt Brücker weiter vor, nach außen hin den Eindruck zu erwecken, Dinslaken sei in der Lage, das Vorhaben zu verhindern. Für Horst Dwenger (SPD) ist es die CDU, die bei den Bürgern die großen Hoffnungen geweckt hat, die allerdings nicht zu erfüllen sein werden. Im Planungsausschuss äußerten sich die Christdemokraten dazu nicht. Nach der Sitzung erklärte deren Fraktionsvorsitzender Heinz Wansing gegenüber der RP, dass die CDU die Antwort nicht schuldig bleiben werde.

 

NRZ 17.09.02

Auskiesung nicht zu stoppen

PLANUNGSAUSSCHUSS / Rechtsgutachten bestätigt, dass die Auskiesung Fliebeckshof kommt.

DINSLAKEN. Schlechte Nachrichten gab es in der gestrigen Sitzung des Planungsausschusses für alle Gegner der Auskiesung Fliebeckshof. Nach einem durchgeführten Rechtsgutachten steht endgültig fest, dass sich die Auskiesung des Gebiets nicht verhindern lässt.

„Wir können definitiv nichts gegen dieses Projekt unternehmen", bekannte der erste Beigeordnete Klaus Haverkämper in der Sitzung. Heinz Brücker, von der Fraktion Niklas-Brücker, beklagte die Informationspolitik seitens der Verwaltung gegenüber den betroffenen Bürgern. „Es kann nicht sein, dass die Verwaltung in der Öffentlichkeit immer noch den Eindruck erweckt, man könne etwas gegen die Auskiesung unternehmen", so Brücker.

Klaus Haverkämper widersprach diesem Einwand. „Die Verwaltung wurde offiziell erst am zehnten September 2002 in einem Schreiben des Kreises benachrichtigt. Bis zu diesem Zeitpunkt lag uns weder vom Kreis, noch von der Bezirksregierung eine offizielle Stellungnahme zu diesem Thema vor", so der erste Beigeordnete.

Heinz Brücker beanstandete ferner, dass die Verwaltung in früheren Gesprächen zu wenig Initiative ergriffen habe. „Hier wird nur reagiert, und nicht agiert. Die Stadt Dinslaken hätte sich in den Gesprächen mit den Verantwortlichen stärker einbringen müssen, um eine, für alle akzeptable Lösung zu erreichen."

 

NRZ 07.09.02

BI kritisiert Kompromiss zur Abgrabung

DINSLAKEN/HÜNXE. Die Bürgerinitiative Kies wider Willen wirft der Kreisverwaltung vor, alles zu tun, um die Genehmigung zur Abgrabung Fliebeckshof in Bruckhausen" schnell zu ermöglichen und dabei den Bürgerwillen außer Acht zu lassen. Mit Bezug auf die letzte Sitzung des Kreis-Planungs- und Umweltausschusses wirft die BI dem Ausschussvorsitzenden Berg vor, in der Hünxer CDU bereits vor einem Jahr Stimmung für eine riesige offene Wasserfläche gemacht zu haben, die vor drei Jahren noch keiner gewollt habe. Damit werde die Genehmigung beschleunigt, denn in Bezug auf Abtransport und Verfüllung hätte die Antragstellerin das Verfahren in absehbarer Zeit nicht vorantreiben können, so die BI. Aus ihrer Sicht habe überhaupt keine Notwendigkeit bestanden, einen Änderungsantrag in eine offene Wasserfläche zu stellen.

Die Inaussichtstellung einer besseren Überwachung der Zäune betrachtet „Kies wider Willen" als blanker Hohn. Es werde gegen die Interessen der Bürger ein Gefährdungspotenzial geschaffen, und zur Überwachung sollten Steuergelder verschwendet werden.

Die von der Weseler Verwaltung vorgetragenen Kompromisse seien bisher von der Antragstellerin nicht bestätigt worden. Für Konsensgespräche fordert die BI eine deutliche Vergrößerung des Abstandes zu Wohngebieten und die klare Absteckung eines zeitlichen Rahmens der Abgrabung. Nach Vorlage neuer Planungen zeige sich die BI wieder gesprächsbereit, heißt es in einem Schreiben von der „Kies wieder Willen"-Vorsitzenden Helga Franzkowiak.

 

NRZ 06.09.02

AUSKIESUNG / Lärm- und Verkehrsreduzierung, keine Wiederverfüllung, Kontrolle der Zäune. Die Bürgerinitiative bleibt dennoch misstrauisch.

HÜNXE/DINSLAKEN. Die Kreisverwaltung ist der Ansicht, für die Abgrabungspläne im Bereich Fliebeckshof eine Lösung gefunden zu haben, die von allen Beteiligten getragen werden kann (die NRZ berichtete). Den Antrag der Stadt Dinslaken, auf die Abgrabung zu verzichten, hat der Kreis abgelehnt. Die Politiker des Kreisumweltausschusses unterstützten in ihrer jüngsten Sitzung die Verwaltung und lobten sie für den Interessenausgleich. Die Bürgerinitiative „Kies wider Willen" bleibt indes bei ihrem Protest.

Dem grundlegenden Vorwurf der Initiative, die Kreisverwaltung fungiere als Handlanger des Abbauunternehmens, hielt Karl-Werner Lerch (SPD) entgegen, dass ein rechtlicher Anspruch auf eine Abbaugenehmigung bestehe, gegen den man nicht ankomme, auch wenn die Politiker Auskiesungen eigentlich nicht wollten. Statt einem solchen Antrag einfach zu folgen, habe der Kreis über lange Zeit an Kompromissen der Umsetzung gearbeitet, sagte der Technische Dezernent Hans-Joachim Berg - gerade im Sinne der Bürger.

Er sieht vertretbare Lösungen unter anderem bei der Lärmreduzierung, die durch einen größeren Abstand zur Aufbereitungsanlage erreicht werde. Es werde nicht mehr Verkehr geben als vorher, teilweise werde er reduziert. Dadurch, dass der Betreiber auf eine Wiederverfüllung verzichte, entfalle der Anlieferungsverkehr mit Bergematerial.

Ein besonderes Anliegen ist den Anwohnern der Schutz ihrer Kinder. In anderen Fällen stellten Auskiesungen eine große Gefahr da. Zäune, die schützen sollten, würden immer wieder zerstört. Die Kreisverwaltung ist der Ansicht, dass sie durch Kontrollen für „vernünftige" und intakte Zäune und damit für Sicherheit sorgen kann.

Streitpunkt ist auch die Sicherung  der  Naherholung. Auch hier führt die Initiative abschreckende Beispiele eines Tourismus-Rummels an Baggerseen ins Feld. Berg hielt dem andere, positive Beispiele entgegen und appellierte an die Betroffenen, sich, wie etwa die Loikumer und die Stadt Hamminkeln, rechtzeitig einzuklinken und auf die Nutzung des entstehenden Gewässers Einfluss zu nehmen.

Noch ungelöst, so die Verwaltung, sei der Abstand zur Wohnbebauung. Einen (hohen) Lärmschutzwall wollen die Anlieger nicht. An dem Problem „sind wir dran", sagte Berg. Er gehe davon aus, „dass der Abstand auf jeden Fall größer wird".

Der Regionalrat wird sich demnächst damit befassen, ob der als Grundlage für eine Ausgrabung dienende Gebietsentwicklungsplan geändert werden soll. Die Bürgerinitiative hofft dann auf eine Ausweisung des Gebietes als landwirtschaftliche Fläche. Sie argwöhnt, dass der Betreiber der Abgrabung de facto keinerlei Zugeständnisse eingehen wird. (jo)

 

RP 05.09.02

Abgrabungspläne beim Kreis weiter in der Kritik - Ungeliebter Kies und Biber-Sorgen

Von FRITZ SCHUBERT

KREIS WESEL. Trotz ernster Themen und langer Tagesordnung stand Heiterkeit für den Umwelt- und Planungsausschuss des Kreises gestern im Mittelpunkt. Das lag an Dr. Johan Mooij (Biostation), der sich mit Landwirten wie Gerhard van Koolwijk (CDU) und Volker Neuhaus (FDP) süffisante Dispute über Nutzen und Nachteil der Raben lieferte. Der allgemeinen Annahme, diese nähmen schädlich zu und seien zu reduzieren, trat der Biologe mit Populationsstatistiken entgegen. Außerdem legte Mooij dar, dass Jagd auf revierbesitzende Altvögel zum Gegenteil des Gewünschten führe: „Mehr Junggesellen siedeln sich neu an."

Die scheinbare Paradoxie ermunterte ebenso zum Schmunzeln, wie der Bericht über das Projekt, Elbe-Biber am Niederrhein anzusiedeln. Ernster Hintergrund war hier die Sorge, die Pelzträger könnten Deiche schädigen. Dass die Angst vom federführenden Verein Lebendiger Niederrhein als „lächerlich" bezeichnet worden war, fand Karl-Werner Lerch (SPD) unangemessen. Die Bedenken seien ernst zu nehmen, meinte auch sein Genosse Horst Ufermann. Dezernent Hans-Joachim Berg erklärte, dass der Verein eventuelle Schäden beseitigen wolle und dass ein Kompromiss erzielt wurde: Ansiedlung erstmals nur bei Diersfordt und nicht auch noch auf der Bislicher Insel. Sorgen um bald abgeholzte Plantagen des Obstbauern Clostermann zerstreuten sich. Die Familie will offenbar die ersten jungen Nager selbst betreuen.

Baggereien stärker kontrollieren

Ganz ernst war es der Bürgerinitiative Kies wider Willen, die sich gegen die Abgrabung Fliebeckshof zwischen Hünxe und Dinslaken sträubt." Verwaltung und Politik gaben sich Mühe zu verdeutlichen, dass auch sie keine weiteren Baggerlöcher im Kreis Wesel haben wollen. Allerdings hatten Antragsteller auch Rechte auf Genehmigungen. Laut Berg seien im Fall Fliebeckshof schon etliche Kompromisse erzielt worden, die den Wünschen der Anlieger entsprechen müssten. Er sagte aber auch, dass Selbstkontrolle der Wirtschaft nicht immer zur Zufriedenheit der Verwaltung ausgefallen sei. Deshalb will der Kreis wieder stärker kontrollieren, ob Sicherheitsstandards zum Beispiel bei Zäunen eingehalten werden. Die Initiative hatte unter anderem Gefahren für Kinder ins Feld geführt.

 

NRZ 03.09.02

Grüne sehen Zuständigkeit nicht beim Kreis

DINSLAKEN. Die Grünen sehen in den jüngsten Aktivitäten des Kreises in Sachen Auskiesung einen Affront gegen die Bürger der Städte Dinslaken und Hünxe. Ein Beweis für die Berücksichtigung von Bürgerinteressen sei dies nicht. So solle wohl, wie im Fall der Walsumer Abbaupläne, das Einzelinteresse eines Wirtschaftsuntemehmens höher angesiedelt werden als das Interesse der Allgemeinheit. Allerdings seien die Grünen nie der Überzeugung gewesen, beim Kreis Kämpfer gegen Auskiesung gefunden zu haben. Die Dinslakener Grünen sehen die Kompetenzen in diesem Streit anders verteilt. Der Antrag der Stadt an den Bezirksplanungsrat auf Herausnahme der Auskiesungsgebiete sei gestellt. Daran könne der Kreis nicht rütteln, auch nicht mit einem Schreiben an die Stadt Dinslaken. Natürlich sei es ärgerlich, wenn präjudizierende Beschlüsse im Kreis gefasst worden seien. Es sei den Vertretern der Fraktionen im Kreis klar zu machen, dass sie gewählt seien und mit einem Vertrauensvorschuss in den Gremien säßen. Die Herausnahme der Wiederverfüllung der Baggergebiete sei eine Änderung des Gebietsentwicklungsplans. So lange diese Änderung jedoch nicht im Bezirksplanungsrat beschlossen sei, könne der Kreis mit ablehnenden Stellungnahmen um sich werfen.

 

RP 02.09.02

Grüne zu Auskiesung: „Affront gegen die Bürger"

DINSLAKEN/HÜNXE. Als „einen Affront gegen die Bürger" in Dinslaken und Hünxe bezeichnet Dinslakener Fraktion der Grünen die „jüngsten Aktivitäten des Kreises in Sachen Auskiesung". Die Grünen vergleichen das Vorgehen mit dem Streit um den Rahmenbetriebsplan des Bergwerks Walsum: „Es soll wohl, wie im Fall der Walsumer Abbaupläne, auch in diesem Fall das Einzelinteresse eines Wirtschaftsunternehmens als höher angesehen werden als das Interesse der Allgemeinheit", schreiben die Grünen in einer Presseerklärung. Der Kreis, so die Grünen, sei nie ein Gegner der Auskiesung gewesen. Allerdings sehen sie „die Kompetenzen in diesem Streit anders verteilt". Der Antrag der Stadt Dinslaken an den Bezirksplanungsrat, die Auskiesungsgebiete aus den Plänen herauszunehmen, sei gestellt. „Daran kann der Kreis nicht rütteln, auch nicht mit einem Schreiben an die Stadt Dinslaken", so die Grünen. Dies sei kein Kompromiss. Es sei aber ärgerlich, wenn präjudizierende Beschlüsse im Kreis und im Hünxer Bat gefasst werden.

 

RP 02.09.02

Grüne zogen Bilanz - Nein zum Bergbau und zur Auskiesung

Von SINA ZEHRFELD

DINSLAKEN/WESEL. In den Ohren von „Kies wider Willen "-Vertreterin Helga Franzkowiak dürfte das angenehm geklungen haben: „Wir sagen ,Nein' zu weiteren Auskiesungen. Der Kreis Wesel darf nicht verkommen, um Kiese und Sande billigst nach Holland zu verkaufen", sagte Fraktionssprecher Hubert Kück. Und der BiB-Vorsitzende Klaus Friedrichs hörte: „Wir brauchen in Deutschland keinen Bergbau", und: „Wir brauchen ein Ausstiegskonzept."

Am Samstag hatte die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen nach mehr als der Hälfte der kommunalen Legislaturperiode zur „politischen Zwischenbilanz" ins Restaurant Canape geladen. Vertreter der Wohlfahrtsverbände,  Naturschutzverbände, Drogenberatungs- und Erziehungsberatungsstelle, dem Moerser Arbeitslosenzentrum, dem Fahrradclub ADFC und von Bürgerinitiativen waren eingeladen. „Unsere Politik fußt auf Anregungen, die wir von Ihnen bekommen. Der Austausch mit Ihnen wird weiterhin für uns wichtig sein", betonte Kück.

 

RP 29.08.02

Abgrabung Fliehbeckshof - Bürgerinitiative „Kies wider Willen" kritisiert Kreis Wesel

„Übergangen und hinters Licht geführt“

HÜNXE-BRUCKHAUSEN. „Übergangen und hinters Licht geführt" fühlt sich die Bürgerintiative (BI) „Kies wider Willen" von der Kreisverwaltung Wesel. Die hatte die BI zu einem Konsensgespräch über die geplante Abgrabung Fliehbeckshof nach Wesel eingeladen. An dem Treffen nahmen auch Vertreter der Auskiesungsfirma „RLG Sand & Kies" (früher Rossenray) teil.

Enttäuscht

Enttäuscht ist die BI darüber, dass ihr von Seiten der Verwaltung nicht mitgeteilt wurde, das der Kreis Wesel bereits vor diesem Gespäch eine negative Stellungnahme zu dem Antrag der Stadt Dinslaken abgegeben hatte, den Gebietsentwicklungsplan für den Bereich Fliehbeckshof zu ändern und als landwirtschaftliche Fläche auszuweisen, damit dort keine Abgrabung mehr möglich ist.

In einer Pressemitteilung schreibt Helga Franzkowiak von der BI „Kies wider Willen", dass das Gespräch im Kreishaus offenbar nur den Zweck hatte, „der Antragstellerin Klarheit darüber zu verschaffen, was die BI bereit wäre mitzutragen". Der Technische Dezernent des Kreises Wesel, Hans-Joachim Berg, habe in dem Gespräch zwar die Bedenken der BI vorgetragen, deren wichtigstes Gegenargument, „die extreme Nähe zur Wohnbebauung", aber vergessen.

Über diesen Punkt habe die Auskiesungsfirma zudem nicht mit sich reden lassen wollen und angemerkt, mit der Abgrabung werde in der nord­westlichen Erweiterungsfläche begonnen. Für die BI kein stichhaltiges Argument, da nach wie vor die gesamte Fläche abgegraben werden soll. Da die Firma „Sand & Kies" nicht bereit war, eine Planung für die gesamte Abgrabungsfläche vorzulegen, sieht „Kies wider Willen" keine Notwendigkeit für weiter Gespräche, deren Grundlage nur „absolute Ehrlichkeit" sein könne. „Im Moment ist das Vertrauensverhältnis zerstört. Unter diesen Voraussetzungen ist von uns kein Konsens zu erlangen", stellt „Kies wider Willen" in einem Brief an Landrätin Birgit Amend-Glantschnig fest.

Auch mit Kritik an Dinslakens Bürgermeisterin Sabine Weiss hält die Bürgerinitiative nicht hinterm Berg zurück. Der Rathauschefin wird vorgehalten, die BI nicht über den Eingang der ablehnenden Stellungnahme der Kreisverwaltung informiert zu haben. Die Bürgermeisterin „hatte zwar immer den Eindruck geweckt, dass das Thema Auskiesung Chefsache ist, Informationen mussten sich die Vertreter der BI aber immer auf eigene Initiative aus der Verwaltung selbst beschaffen. Auf einen Rückruf aus dem Rathaus wartet die BI bereits seit zwei Tagen", wird moniert.

 

Zwischenruf

Schlechter Stil

Die Bürgerinitiave „Kies wieder Willen" ist sauer auf den Kreis Wesel und schlecht zu sprechen auf die Firma „Kies & Sand". Dem Kreis nehmen die Auskiesungsgegner krumm, dass sie nicht über die negative Stellungnahme der Verwaltung informiert wurden. Der Behörde hätte es gut angestanden, mit offenen Karten zu spielen. Sie hat es aber vorgezogen, dies nicht zu tun - das ist schlechter Stil. Verständlich auch, dass es der BI sauer aufstößt, dass die Auskiesungsfirma nicht bereit ist, ihre Gesamtplanung offenzulegen. Die Initiative hat offensichtlich das Gefühl, als Gesprächspartner nicht ernst genommen zu werden und lehnt deshalb weitere Gespräche ab. Eine verständliche Reaktion, die in der Sache aber nicht weiterführt. hsd

 

NRZ 29.08.02

"Kies wider Willen" empört

Vertrauensverhältnis zum technischen Dezernat der Kreisverwaltung "zerstört". Heftige Kritik auch an Bürgermeisterin Sabine Weiss: falschen Eindruck erweckt.

HARALD PAHL

DINSLAKEN/HÜNXE. Helga Franzkowiak und die Bürgerinitiative Kies wider Willen fühlen sich getäuscht, hinters Licht geführt. Empört reagieren sie in einem Brief an Landrätin Birgit Amend-Glantschnig auf die ablehnende Stellungnahme der Kreisverwaltung auf den Antrag Dinslakens, das Abgrabungsgebiet Fliebeckshof in Bruckhausen an der Grenze nach Lohberg aus dem Gebietsentwicklungsplan herauszunehmen. Kritik gilt auch Bürgermeisterin Weiss, die es "nicht für nötig gehalten hat, die Vertreter der Initiative über den Eingang der Stellungnahme der Kreisverwaltung zu informieren".

Aus der NRZ entnahmen die Entkiesungsgegner am Dienstag, dass die Bemühungen um die Verhinderung der Auskiesung einen - möglicherweise entscheidenden - Rückschlag erlitten hatten. Gemeinsam mit der Antragstellerin gefundene Lösungen für die Auskiesung könnten von der Gemeinde Hünxe und dem Kreis Wesel mitgetragen werden.

Für Franzkowiak und Mitstreiter war damit das Vertrauensverhältnis zum technischen Dezernenten des Kreises Wesel, Hans-Joachim Berg, zerstört. Hatten sie doch eine Woche zuvor noch mit ihm im Weseler Kreishaus zusammengesessen. Die ablehnende Stellungnahme war da schon fünf Tage alt. "Herr Berg verschwieg deren Existenz aber. Das ist nicht offen und ehrlich", kritisiert Franzkowiak jetzt.

Auch die Landrätin, so wird erinnert, habe sich anlässlich ihres Antrittsbesuches in Dinslaken bei der Besichtigung des Abgrabungsgeländes dafür ausgesprochen, diese Fläche wegen der Nähe zur Wohnbebauung für die Naherholung der hier lebenden Menschen zu erhalten. Jetzt liegt für "Kies wider Willen" der Beweis vor, "dass der Firma RLG (ehemals Rossenray) um jeden Preis eine schnelle Genehmigung ermöglicht werden soll". Mit Hilfestellung der Kreisverwaltung. Die leiste nämlich Vorschub "gegen die Belange und Bedenken der Bevölkerung", Berg habe schon vor einem Jahr "positive Stimmung für eine gigantische Wasserfläche gemacht", der Kreis nehme die Wasserfläche mit ins Verfahren der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, obwohl der GEP noch Verfüllung vorsehe. Kritik gilt auch dem Verfahren, den Antrag auf Verfüllung nur ruhend zu stellen, um der Antragstellerin Zeit und Kosten zu sparen. Zweifel werden angemeldet, ob es überhaupt rechtmäßig ist, zwei verschiedene Anträge parallel aufrecht zu erhalten.

Der neue Antrag, so bemängelt Franzkowiak, halte noch weniger Abstand zur Bebauung, allerdings auf Hünxer Gebiet. Die Bürgerinitiative will "endlich einen Gesamtantrag für die ganze Fläche vorgelegt bekommen". Voraussetzungen für einen Konsens sieht die BI derzeit nicht, schließt künftige Zusammenarbeit allerdings nicht aus.

Kritik gilt Bürgermeisterin Sabine Weiss, die bisher als Mitstreiterin für die Ziele von "Kies wider Willen" angesehen worden war: "Sie hatte zwar immer den Eindruck erweckt, dass das Thema Auskiesung Chefsache ist, Informationen mussten sich die Vertreter der BI aber immer auf eigene Initiative aus der Verwaltung selbst beschaffen. Auf einen Rückruf aus dem Rathaus wartet die BI bereits seit zwei Tagen."

 

RP 27.08.02

Abgrabung Fliehbeckshof - Kreis nicht dagegen

HÜNXE (RP). Der Kreis Wesel denkt gar nicht daran, den Gebietsentwicklungsplan für den Bereich Fliehbeckshof in Bruckhausen so zu ändern, dass dort eine Auskiesung nicht mehr möglich ist. Einen entsprechenden Antrag hat die Stadt Dinslaken gestellt und die Ausweisung dieses Gebiets als landwirtschaftliche Fläche angeregt. Die Kommune begründet ihren Antrag damit, dass der Fliehbeckshof an zwei Siedlungsbereiche und einen regionalen Grünzug auf Dinslakener Gebiet angrenzt, sie weist auf die Bedeutung für die Naherholung und mögliches Gefährdungspotenzial hin, will die dort Wohnenden vor einer jahrelangen Störung durch die Auslkiesung bewahren.

Der Kreis Wesel befürwortet den Dinslakener Antrag allerdings nicht, wie aus einer Vorlage für den Umwelt- und Planungsausschuss des Kreises hervorgeht. Hinsichtlich der Erschließung des Abgrabungsgebietes sei eine Lösung gefunden worden, die von der Gemeinde Hünxe und dem Kreis mit getragen werden könne. Gutachterlich sei nachgewiesen, dass bei der Abgrabung die Lärmbelästigung die zulässigen Grenzwerte nicht überschreiten würde. Auch stünden die Abgrabungsflächen nach ihrer Rekultivierung wieder für die Naherholung zu Verfügung. Hsd

 

NRZ 27.08.02

Es bleibt bei Entkiesung

Antrag des Rates der Stadt Dinslaken auf Streichung im Gebietsentwicklungsplan wird nicht befürwortet. Keine Wiederverfüllung mehr mit Bergematerial. Belastungen minimiert.

DINSLAKEN/HÜNXE. Der Antrag der Stadt Dinslaken auf Streichung des Entkiesungsgeländes "Fliebeckshof" in Hünxe-Bruckhausen an der Stadtgrenze nach Lohberg im Gebietsentwicklungsplan der Bezirksregierung Düsseldorf findet wenig Gegenliebe. Holger Berg, zuständiger technischer Dezernent des Kreises Wesel, kann ihn nicht befürworten.

Der Dinslakener Rat hatte argumentiert, das Abgrabungsgebiet grenze unmittelbar an schützenswerte Siedlungsbereiche, für die Entkiesung "nicht hinnehmbaren hohen Störungsgrad" bedeuten würde, und sensible Freiräume, die für die hochwertige Naherholung genutzt würden. Neben landwirtschaftlichen Flächen gebe es wertvollen Altholzbestand mit Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere, der auf unabsehbare Zeit zerstört würde. Für spielende Kinder erwachse ein hohes Gefährdungspotenzial auf dem "Abenteuerspielplatz Auskiesungsgebiet". Zudem wurden steigende Verkehrsbelastung, Steigerung der Geräusch- und Abgasemissionen befürchtet.

Die Abgrabungsfläche Fliebeckshof, so argumentiert Berg, sei schon im Gebietsentwicklungsplan 86 enthalten gewesen. Beim Aufstellungsverfahren 99 habe die Stadt ebenfalls keine Bedenken angemeldet. Im laufenden Planfeststellungsverfahren seien Bedenken vorgetragen worden gegen die Erschließung über die Dinslakener Straße, gegen die Verfüllung mit Bergematerial und die Absicherung des Abgrabungsgeländes. Mit der Antragstellerin sei nun eine Lösung gefunden worden, die auch von der Gemeinde Hünxe und dem Kreis Wesel mitgetragen werden könne.

Danach soll das Entkiesungsgelände über die Flächen der Rhein-Main-Kies- und Splitt-baggerei am Tenderingsweg erschlossen werden. Durch Konzentration der Abgrabungen auf das von Dinslaken am weitesten entfernte Gebiet könne die Beeinträchtigung der Bevölkerung auf ein Minimum reduziert werden. Gutachterlich sei nachgewiesen, dass auch später die Grenzwerte der Technischen Anleitung Lärm eingehalten würden. Eine Wiederverfüllung sei nicht mehr vorgesehen. Der Gefährdung von Kindern kann nach Meinung Bergs "durch die Errichtung einer entsprechenden Zaunanlage entgegengewirkt werden".

Die Bedeutung des Bereichs für die Naherholung wird nach Überzeugung Bergs nur vorübergehend eingeschränkt. Nach Beendigung der Abgrabung und Rekultivierung stehe der Bereich wieder voll für die Naherholung zur Verfügung. "Schützenswerte Bereiche", die nach Landschaftsgesetz vorrangig wären vor einer Entkiesung, seien "im betroffenen Landschaftsraum nicht vorhanden".

HARALD PAHL

 

NRZ 04.07.02

Stadtrat setzt Zeichen gegen Auskiesung

BESCHLUSS / Ausgewiesene Flächen sollen aus dem Gebietsentwicklungsplan gestrichen werden.

DINSLAKEN. Die Ausweisung der Flächen für die Auskiesung „Fliehbeckshof" soll aus dem Gebietsentwicklungsplan  gestrichen werden. Ein entsprechender Antrag an den Regionalrat wurde vom Stadtrat in seiner letzten Sitzung gegen die Stimmen der SPD-Fraktion beschlossen. Die Ratsmehrheit , will damit ein Votum aus dem Jahr 1999 korrigieren, als der Rat mit damaliger SPD-Mehrheit für die Auskiesung gestimmt hatte.

 

RP 06.04.02

Unsere Woche

Von Ralf Schreiner

Dissonanzen

 

Kampfbereit gibt sich nach wie vor die Bürgerinitiative Kies wider Willen. Dass die Laster nun doch nicht vor ihrer Nase rollen werden, sollte die wehrhaften Bürger eigentlich froh stimmen. Tut es aber nicht. Denn jetzt droht Ungemach von einem „toten See", der Erholungssuchende aus dem gesamten Ruhrgebiet an das Ufer der Wohngebiete spülen und damit die Anwohner unzumutbarem Druck aussetzen wird. Eine groteske Vorstellung. Der Kampf der Bürgerinitiative gegen staubende, lärmende Lkw war nachvollziehbar, die Argumente stichhaltig. Das Horrorszenario, das sie jetzt heraufbeschwört, ist lächerlich. Wir leben hier weder auf der Insel der Glückseligen noch unter einer Glasglocke. Und ein toter See verwandelt sich im Handumdrehen in ein Biotop. Wetten, dass...